Aufstehen für einen weiter bewohnbaren Planeten!

Die Zeit ist reif, einen Schritt weiter zu gehen. Seit Februar 2019 gibt es den Stammtisch Gut leben ohne Plastik Nordheide, kurz danach haben sich noch zwei weitere Plastikfrei-Stammtische ähnlichen Formats gegründet, in Winsen/Luhe ist ein weiterer Plastikfrei-Stammtisch geplant. Um alle Aktivitäten zu vernetzen und uns mit vereinter Kraft auch an die Kommunalpolitik zu wenden, wollen wir, Dagmar Penzlin und Ulrike Bauer-Hasslinger, die Bürgerinitiative Gut leben ohne Plastik Landkreis Harburg gründen: am 17. August nachmittags in Brackel. Wer dabei sein möchte, melde sich bitte hier an.

Hier der Entwurf unseres Grundsatzpapieres:


Plastikfrei-Bildung

1.     Wir setzen uns dafür ein, möglichst viele Menschen über einen plastikfreieren, ressourcenschonenderen Lebensstil aufzuklären und dahingehend möglichst viele Menschen ins Handeln zu bringen. Dies geschieht zum Beispiel durch das Format Plastikfrei-Stammtisch, das Bildung für nachhaltige Entwicklung auf Augenhöhe ermöglicht. Die Plastikfrei-Stammtische Gut leben ohne Plastik Nordheide, AnStelle Plastik und der geplante Winsener Plastikfrei-Stammtisch (ab Oktober 2019) bekennen sich zu diesem Konzept.

 

Mehr Mehrweg Mit Hilfe der Politik

2.     Wir fordern die kommunalpolitisch Verantwortlichen auf, einen plastikfreien und klimafairen Lebensstil zu unterstützen. Wir wünschen uns insbesondere, dass die Verwaltung des Landkreises Harburg den Rahmen schafft für Einkäufe mit eigenen Mehrweg-Gefäßen an Frischetheken, in Imbissen und anderswo – so wie es in Bayern schon landesweit möglich ist. Ebenso notwendig: Möglichkeiten zu schaffen, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Trinkflaschen an öffentlich zugänglichen Wasserspendern auffüllen können, so dass der Verbrauch von Plastikflaschen sinkt.

 

Plastikfreie Landschaften

3.     Dörfer, Städte und Landschaften insbesondere von Plastikmüll und zumeist mikroplastikhaltigen Zigarettenkippen freizuhalten ist uns wichtig. Durch Aufklärung und Müllsammel-Aktionen setzen wir uns dafür ein. Von kommunalpolitisch Verantwortlichen im Landkreis Harburg wünschen wir uns, dass sie sich für das Ziel „Plastikmüllfreie Umwelt“ stärker einsetzen: Zum Beispiel durch das konsequente Ahnden von müllbedingten Ordnungswidrigkeiten und durch verstärkte Aufklärungsarbeit.

 


Warum plastikfreier und damit klimafairer Leben?

 

Der ausufernde Gebrauch von Einweg-Plastik bringt viele Probleme mit sich:

 

• Gesundheitlich, weil die in Plastik enthaltenen Weichmacher (Phtalate) und Giftstoffe in die Umwelt, so auch etwa in Lebensmittel übergehen können und im menschlichen Organismus als endokrine Disruptoren zu hormonbedingten Krankheiten und Störungen führen können (u.a. hormonbedingte Krebserkrankungen, ADHS, Störungen der männlichen Zeugungsfähigkeit).

 

• Ökologisch, u.a. weil die Gewinnung von Mineralöl für die Plastik-Produktion ebenso wie die eigentliche Herstellung und Entsorgung Energie benötigt und das maßgeblich für den Klimawandel verantwortliche Treibhausgas Kohlendioxid freisetzt. Hinzukommt ein aktuell meistens nicht gelingender Recycling-Prozess, so dass u.a. durch Müllexporte viel Plastik in die Weltmeere gelangt ist und weiter gelangt, was dieses so immens wichtige Ökosystem schädigt und grundsätzlich gefährdet.

 

• Laut den jüngsten Berichten vom Weltklimarat (IPCC) und dem Weltbiodiversitätsrat (IPBES) bleiben uns nur noch wenige Jahre Zeit, um nicht mehr umkehrbare Prozesse zu verhindern. Wenn uns dies nicht gelingt, würden durch Klimahitze und ein sich weiter verstärkendes Artensterben unsere Lebensgrundlagen schwinden.

 

Wir von der Bürgerinitiative Gut leben ohne Plastik Landkreis Harburg sind überzeugt, dass wir alle gefordert sind: alle Bürgerinnen und Bürger ebenso wie kommunalpolitisch, gesellschaftlich und unternehmerisch Verantwortliche.

 

Als unabhängige BI wollen wir unseren Beitrag leisten, um den anstehenden Prozess hin zu einer klimafairen und wirklich umweltschonenden Lebensweise zu befeuern. Wir erkennen die Folgen unseres Handelns und engagieren uns – auch mit Blick auf die nachfolgenden Generationen! Jeder Schritt in die richtige Richtung hilft, um Zeit zu gewinnen. Unterstützen Sie uns!

 

Quellen u.a.: Plastikatlas 2019

 

Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle

 

Deutsche IPBES-Koordinierungsstelle

 

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Unsere Grundgedanken zum Download
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